Pankreas-Operation - Operation der Bauchspeicheldrüse

Insbesondere bei bösartigen Tumoren ist die operative Entfernung die beste Therapie. Diese ist sinnvoll, wenn ein Tumor hierdurch vollständig entfernt werden kann. Auch bei chronischer Entzündung (Pankreatitis) der Bauchspeicheldrüse stellt die Operation oft die beste Therapie dar.

Tumore mit Einbeziehung lebenswichtiger Arterien (Schlagadern) sind nur bedingt für operative Interventionen geeignet. Hier kann gegebenenfalls eine Chemotherapie oder Bestrahlung den Tumor vor der Pankreas-Operation verkleinern. Im Gegensatz zu den Arterien ist die Teilentfernung der Pfortader (eine Vene) wegen Tumorbefall relativ oft sinnvoll und wird an unserem Zentrum in ca 30% der Fälle standardmäßig durchgeführt.

Wenn bereits Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen vorliegen, ist eine Operation in der Regel nicht zu empfehlen. Ausnahmen können im individuellen Fall und in Abhängigkeit vom speziellen Tumor-Subtyp bestehen.

Abhängig von der Krankheit (gutartig oder bösartig) und Lokalisation innerhalb der Bauchspeicheldrüse kommen verschiedene Operationen zum Einsatz.

Spezialisierte Chirurgen

Die Operation der Bauchspeicheldrüse stellt eine der schwierigsten Operationen in der Viszeralchirurgie dar. In unserem Zentrum haben sich die behandelnden Chirurgen auf diese Operation spezialisiert.

Die Pankreaslinksresektion

Bei dieser Pankreas-Operation wird der linke Teil (Pankreasschwanz) der Bauchspeicheldrüse entfernt. Insbesondere bei bösartigen Tumoren wird hierbei die Milz mit entfernt, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand einzuhalten. Bei gutartigen Tumoren und minimal-invasiven Operationen bietet sich hingegen eine Erhaltung der Milz an. Wenn die Milz entfernt wird, sollten lebenslang regelmäßig Schutzimpfungen gegen bestimmte Bakterien durchgeführt werden.

Auf der Grundlage jahrelanger Erfahrungen können wir diese Operation in minimal-invasiver Technik anbieten.

Die Pankreaskopfresektion nach Kausch / Whipple:

Dies ist eine der komplexesten Pankreas-Operationen welche im Bauchraum durchgeführt werden kann. Hierbei wird der rechte Teil (Kopf) der Bauchspeicheldrüse zusammen mit dem anhängenden Zwölf-Finger-Darm und dem Gallengang mit Gallenblase entfernt. Anschließend erfolgt eine Rekonstruktion der Passage von Pankreassaft, Galle und Nahrung durch drei Anastomosen (Nähte) zum Magen-Darm-Trakt.

Unser Team verfügt über jahrelange Erfahrung mit hunderten solcher Operationen. Seit wenigen Jahren können wir unseren Patienten diese Operation sogar in minimal-invasiver Technik anbieten. Dies gilt vor allem bei kleinen Tumoren und gutartigen Tumoren bzw. Zysten der Bauchspeicheldrüse. Für große bösartige Tumore mit Einbeziehung benachbarter Organe oder Blutgefäße halten wir die minimal-invasive Operationstechnik noch nicht für generell geeignet.

Die totale Pankreatektomie

Bei dieser Operation wird die gesamte Bauchspeicheldrüse, ggf zusammen mit der Milz, entfernt. Diese Maßnahme wird z.B. nötig, wenn bösartige Tumore oder deren Vorstufen das gesamte Pankreas betreffen.

Nach vollständiger Entfernung des Pankreas ist ein Ersatz von Verdauungsenzymen (Kapseln zum Einnnehmen) und Insulin (mehrmals täglich als Spritze) nötig. Obwohl dies eine wesentliche Umstellung der Lebensgewohnheiten impliziert, ist die Umsetzung heutzutage dank verbesserter Insulinpräparate routinemäßig und mit akzeptabler Lebensqualität möglich.

Die Pankreassegmentresektion

Bei dieser Pankreas-Operation wird nur ein kleiner Teil des Pankreas als Segment entfernt und die verbleibenden Teile zweckmäßig an den Magen-Darm-Trakt angeschlossen. Hierdurch geht nur wenig Funktionsgewebe verloren.

Diese gewebesparende Operationsmethode können wir infolge reicher Erfahrung z.B. bei gutartigen Tumoren und Tumorvorstufen in minimal-invasiver Technik anbieten.